Nur Wochen nach dem bisher schrecklichsten aller Kriege gezeugt, kam ich wie Bush Junior und Trump 1946 zur Welt. Ähnlich wie sie wurde ich auf absoluten Gehorsam und Unterwerfung dressiert. Bei mir kamen aber noch die lebens- und liebesfeindlichen katholischen Dogmen hinzu, was mich suizidal und zum Abitur hin zu einem todkranken Mann machte. Ich hatte aber auch noch das Sinn- und Reizvolle dörflicher Subsistenzlebensweise und der Zwergschule erlebt.
Als ich mich im dritten Studiensemester zum ersten Mal in eine Therapie wagte, beunruhigte es mich zunächst, wie mein Kirchenglaube sich in Nichts auflöste. Auch mein Haß auf Russen und Andersdenkende verschwand in dem Maße, wie ich meine tatsächlichen Unterdrücker identifizierte. Trotz vieler geradezu selbstmörderischer Versuche, zu meinen Eltern aus einem Objekt- zu einem menschlichen Verhältnis zu gelangen, blieben sie – schon nach meinen ersten Schritten zu meinem wahren und friedlichen Selbst – meine Todfeinde – so wie Martin Luther es den Deutschen eingebleut und es seinem Freund Melanchthon gestanden hatte: „Ein toter Sohn ist mir lieber als ein ungehorsamer Sohn.“
Als Studienrat für Chemie und Biologie in Westberlin lernte ich Balintarbeit kennen und 1980 schließlich Alice Millers „Am Anfang war Erziehung“. 1984 kam das Buch über die Hexenverbrennungen von Heinsohn/Steiger als wichtige Ergänzung dazu. Von 1983 bis 1990 machte ich 17 Ausstellungen zu „Der Sinn von Hiroshima“, in denen ich den kausalen Zusammenhang zwischen Er-Ziehung und späterem Tätersein aufzeigte. Seit 1985 halte ich Verbindung zu indianischer Spiritualität.
1999 schrieb ich „Peace Treaty between Adult and Child“, den ich 2005 ins Deutsche übertrug.
Eines seiner Essays haben wir in unserem Blog veröffentlicht.
